Zentrale Neuerung im digitalen Prozess: Die Kommunikation in Sachen LEs erfolgt digital, Papier-Kommunikation wird maximal reduziert.
BayWa optimiert mit dbh Prozess für Lieferantenerklärungen
Ein abrupter Umstieg auf digital ist aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Damit die BayWa eine elektronische Erklärung einholen kann, muss der Lieferant zunächst eine entsprechende Erklärung unterzeichnen. BayWa hat darum einen Prozess entwickelt, bei dem der Erstkontakt zum Lieferanten nach wie vor in Papierform mit der Lieferantenerklärung im Original erfolgt. Dazu wird ein Starterpaket verschickt. Dieses beinhaltet ein personalisiertes Anschreiben, die vorausgefüllte Lieferantenerklärung, eine Warenaufstellung, die Verpflichtungserklärung und einen adressierten Rückantwortbriefbogen.
Die Lieferantenerklärung sowie die Warenaufstellung sind für die einfache Zuordnung im System mit einem Strichcode versehen. Somit kann beim Rückversand des Lieferanten die eingehende LLE direkt nach inhaltlicher Überprüfung digital zugeordnet werden. Lieferanten die die Verpflichtungserklärung beim Erstversand offline gleich mitunterschieben haben, sind ab diesem Zeitpunkt in der Lage künftige Erklärungen auch online oder per Fax zu bestätigen. So reduziert der Handelskonzern gleichzeitig den Aufwand beim Lieferanten und verringert dadurch erheblich den Papierverbrauch.
Gemeinsame Weiterentwicklung
Mit einer bloßen Installation des Software-Produkts war es aber nicht getan. Die BayWa mit ihren zahlreichen und unterschiedlichen Lieferanten hatte eigene Anforderungen. So schufen dbh und BayWa im Laufe der Zusammenarbeit mehrere gemeinsame Weiterentwicklungen.
Industriekunden der BayWa können beispielsweise ihre Lieferantenerklärungen in einem geschützten Webportal erledigen. Um den Zeitaufwand für Lieferanten zu minimieren, entwickelte man außerdem eine Weblink-Lösung. Der Lieferant bekommt eine E-Mail und kann mit einem Klick auf den darin enthaltenen Link seine Lieferantenerklärungen automatisch bestätigen, ohne irgendetwas ausfüllen zu müssen.
Diese Weiterentwicklungen sind aus Sicht der BayWa kleine, aber wesentliche Funktionen, die die Usability auch für die Kunden/Lieferanten-Seite erhöhen. Wenn ein Lieferant nicht auf elektronischem Wege erreicht werden möchte, steht ihm nach wie vor auch ein Offline-Verfahren zur Verfügung. Er bekommt per Post die Lieferantenerklärung, inklusive einer bebilderten Ausfüllanleitung und einer vorgedruckten Rückantwort. Somit ist die heutige Lösung ein wirklicher Multi-Channel-Prozess, der alle Anforderungen der heterogenen Lieferantenlandschaft abdeckt.
Lieferanten mitnehmen
Bei der Umstellung des LE-Verfahrens war es der BayWa wichtig, die Lieferanten mitzunehmen und für den neuen Prozess zu gewinnen. Zumal sich mitunter Lieferanten fachlich noch nicht mit dem Thema intensiver beschäftigt haben und das auch nicht unbedingt beabsichtigen. Zum Redesign des Lieferantenerklärungen-Managements gehörte deshalb ein umfangreiches Change-Management.
Zum einen gab es ein Briefing für alle internen Mitarbeiter mit Lieferantenkontakt, so dass diese alle aufkommenden Fragen beantworten können. Die BayWa hat außerdem mehrere Kommunikationsmittel produziert, unter anderem ein Erklärvideo, das die grundsätzliche Thematik darstellt sowie die Vorteile der neuen Lösung sehr gut visualisiert. Mit diesen Maßnahmen ist es gelungen, schnell eine hohe Akzeptanz des neuen Verfahrens zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten ist beim diesem Thema wesentlich verbessert und vereinfacht worden und konnte daher für Entlastung auf beiden Seiten sorgen.
Das BayWa Lieferantenerklärungs-Management ist als Teil der Zoll + Exportkontrollabteilung dem Bereich Corporate Compliance angegliedert. Zwei der acht in der Zoll + Exportkontrollabteilung tätigen Mitarbeiter sind zentral für die BayWa sowie diverse Beteiligungen zuständig. Zum offensichtlichen Qualitätsgewinn addieren sich deutliche Entlastungen bei vielen Mitarbeitern in der Fläche, die sich früher neben Ihrer Hauptaufgabe um das Thema gekümmert haben. Und weil die BayWa beim Export dank einer lückenlosen LE-Dokumentation alle Präferenzzollsätze nutzen kann, ist es für die Kunden möglich, bares Geld zu sparen. Damit bleibt die BayWa ein interessanter Handelspartner, wovon letzten Endes auch die Lieferanten profitieren.
Stärkere SAP-Integration
BayWa will in Sachen Prozessoptimierung aber beim aktuellen Status nicht stehen bleiben. Das dbh-Produkt Advantage Compliance Präferenzmanagement ist heute on premise in der BayWa-Unternehmenszentrale in München installiert und läuft als Stand-Alone-Lösung. dbh bietet aber über so genannte SAP Plug-Ins auch eine einfache Verbindung mit dem ERP-System.