Die Anforderungen sind hoch. „Unser Supply Chain Management muss exzellent sein, denn unser Geschäft ist sehr komplex“, sagt Rupert Freutsmiedl, Director Supply Chain Management bei Dr. Babor GmbH & Co. KG. 500.000 Sendungen pro Jahr, mehr als 1.000 Produkte, von denen viele regelmäßig variiert werden, weltweit zehn Vertriebskanäle. Und das mit starkem Wachstum und in einer Branche, die zunehmend reglementiert wird. „Das schafft man nur mit einem leistungsfähigen Supply Chain Management“, sagt Freutsmiedl. Für den Hersteller von Präzisionskosmetik Made in Germany sind Best-in-Class-Prozesse darum schlicht eine „geschäftliche Notwendigkeit“. Zumal gerade in diesen Zeiten der Versand von Premium-Kosmetikprodukten an Endkunden für das Familienunternehmen strategisch noch wichtiger wird.
Bereits in der Vergangenheit konnte sich Babor in der Versandabteilung der Aachener Zentrale auf ein vollautomatisiertes Etikettier- und Karton-Verschließsystem verlassen. Bei einer Modernisierung der Anlage im Jahr 2018 lag es auf der Hand, gleichzeitig zahlreiche Prozesse rund um den Versand zu automatisieren und zu integrieren. So sollte etwa der Datenaustausch mit externen Dienstleistern wie beispielsweise Logistikunternehmen und die Zollabwicklung künftig ohne Medienbrüche erfolgen. „Shipping und Zoll aus einer Hand, das war unser klares Ziel“, berichtet SCM-Chef Freutsmiedl.
Zielsetzung: Hohen Standard setzen und gleichzeitig flexibel bleiben
Gemeinsam mit einem externen Berater fand man zwei Hersteller, die eine entsprechende Lösung versprachen. Die Logistikexperten von dbh machten das Rennen, „weil die Chemie gestimmt und die Lösungen im Standard schon einen sehr guten Funktionsumfang im Gepäck haben“, erzählt Freutsmiedl. Das klare Ziel von Babor war es, im neuen Versand Best Practice in Sachen Systemintegration abzuliefern und einen Industriestandard zu entwickeln. Dabei sollten gleichzeitig die Besonderheiten des Babor-Geschäftes abgebildet werden.
Lösung: eine integrierte Versandlösung mit vielen Vorteilen
dbh realisierte die Lösung bei Babor auf Grundlage der Produkte Advantage Delivery (Versand), Advantage Customs (Zoll) und Advantage Compliance (Tarifierung). Die von Babor über die bisherige Integration hinausgehende engere Verzahnung der Lösungen für Versand und Zoll erforderte eine Reorganisation von Zuständigkeiten. „Es war eine agile, organisch wachsende gemeinsame Entwicklungsarbeit, bei der sich beide Seiten sehr konstruktiv eingebracht haben“, berichtet Freutsmiedl über die gute Zusammenarbeit mit dbh. Komplexe Anforderungen von Babor seien sehr gut umgesetzt worden, auch wenn sie sich erst nachträglich als erforderlich herausgestellt hätten. „Wir haben gemeinsam mit dbh einen großen Schritt getan.“ sagt Freutsmiedl.
Dank der Echtzeit-Anbindung der Shipping-Dienstleister erfolgt das Etikettieren heute beim Paketversand „mit einer sehr hohen Geschwindigkeit“, berichtet Projektmanagerin Anna Offermann. Nach dem Scan des Pakets wird das Etikett binnen 2-3 Sekunden ausgedruckt. Der größte Babor-Versender ist heute in Echtzeit an Babor angebunden, Sendungsnummern werden per Webservices abgefragt. Mit drei weiteren Lieferanten tauscht Babor Nummernkreise aus. dbh hat auch dabei eine Anforderung von Babor integriert: Die Etiketten sind – je nach Logistikdienstleister – farbig gekennzeichnet.
Dass die Logistikdienstleister in der dbh-Lösung im Standard integriert sind, hat den Vorteil, dass Babor jederzeit auch über den Versandstatus im Bilde ist. Fragt heute ein Endverbraucher oder ein Kosmetikinstitut bei Babor nach seiner Lieferung, kann der Vertrieb sofort Antwort geben ohne in Drittsysteme nachschauen oder gar Kollegen fragen zu müssen.