Hamburg/Bremen, 11.05.2026 – Die Softwaredienstleister DAKOSY und dbh haben das Großprojekt zur hafenübergreifenden Digitalisierung der Containerfreistellung (Secure Release Order) über die IT-Plattform German Ports erfolgreich abgeschlossen. In nur einem Jahr haben die beiden Unternehmen das Vorhaben von der Registrierung des ersten Teilnehmers bis zum Anschluss aller beteiligten Akteure finalisiert.

Mit dem digitalen Freistellungsprozess ist erstmalig hafenübergreifend ein einheitlicher Standard für die deutschen Nordseehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven etabliert worden. Zu den Nutzern gehören die Containerterminals, Reedereien sowie die involvierten Speditionen und Transportunternehmen.

Der lückenlose digitale Freistellungsprozess ersetzt das vormals genutzte PIN-basierte Verfahren vollständig. Die Basis bildet das digitale Recht zur Abholung. Dieses wird in einem gesicherten und modernen Rollen- und Berechtigungsmanagement von einem Beteiligten an den nächsten innerhalb der Transportkette weitergegeben. In einem stufenweisen Change-Prozess, der sich über sechs Monate erstreckte, wurden alle involvierten Unternehmen verpflichtend angebunden und der neue Prozess als Standard etabliert. Davon zeugen bereits über 700.000 digitale Freistellungen in diesem Jahr über alle Häfen.

Matthias Knicky, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kühne + Nagel bestätigt: „Die Umsetzung des Secure Release Order Prozesses verlief reibungslos und stellt einen wichtigen weiteren Schritt zur Erhöhung der Hafensicherheit mit effizienten Abläufen dar. Durch das neue System sowie die einheitliche technische Lösung schaffen wir zudem die Grundlage, den Gesamtprozess ganzheitlich und deutlich besser zu digitalisieren.“

Den verbindlich rechtlichen Rahmen für den digitalen Containerfreigabeprozess bildet in Hamburg und Bremen eine Änderung des Hafensicherheitsgesetzes, die zum Oktober 2025 in Kraft trat.

Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit von Politik, Hafenwirtschaft und den beiden Softwarehäusern DAKOSY und dbh entstand eine durchgängige digitale Prozesskette, die weit über die Verordnung hinausgeht. Diese beinhaltet den gesamten Ablauf vom Eintreffen des Containers bis zu dessen Abholung in den deutschen Nordseehäfen.

Mit dem hafenübergreifend geltenden einheitlichen Standard wirken die Nordseehäfen dem Drogenschmuggel geschlossen entgegen und minimieren durch den gezielten Einsatz der Digitalisierung ein Einfallstor für Missbrauch und Datenlecks. Die positiven Effekte sind aus Sicht von Jens Hansen, Chief Operating Officer, Hamburger Hafen und Logistik (HHLA), deutlich: „Mit den neuen standardisierten und klar definierten Prozessen erhöhen wir die Sicherheit unserer Terminalabläufe und Mitarbeitenden enorm. Davon profitieren nicht nur wir als Betreiber, sondern alle Partner entlang der gesamten Logistikkette.“

Neben dem wirksamen Kampf gegen den Drogenschmuggel wurden durch den einheitlichen digitalen Standard in den Nordseehäfen die Transparenz und Effizienz im Containerumschlag spürbar erhöht. Die Rückmeldungen aus der Branche zeigen die operativen Vorteile des Services von German Ports. Dazu zählen eine schnellere Warenverfügbarkeit, transparentere Abläufe, höhere Planungssicherheit sowie weniger Rückfragen durch die verbesserte Datenqualität.

Die erfolgreiche Einführung und Einbindung des Systems in bestehende Prozesse bestätigt Marc Dietrich, Geschäftsführer EUROGATE Container Terminal Bremerhaven (CTB): „Wir sind sehr zufrieden mit dem System, der Integration in unsere bestehenden operativen Prozesse und dem nun laufenden produktiven Betrieb.“

Die Meilensteine bei der Einführung der digitalen Freistellung (Secure Release Order)

  • 14. April 2024: Start der Anmelde-/Registrierungsphase
  • 1. Oktober 2025: Änderung des Hamburger und Bremer Hafensicherheitsgesetzes tritt in Kraft
  • 1. Oktober 2025: Start des Regebetriebs mit stufenweisem Onboarding von Terminals, Spediteuren, Importeuren und Transporteuren
  • 23. März 2026: Lkw-Fahrer werden als letzte Teilnehmergruppe verpflichtend in den Prozess eingebunden

Nordseehäfen haben Containerfreigabe vollständig digitalisiert

Alle Nordseehäfen in Deutschland arbeiten mit der digitalen Freistellung über German Ports. Fotonachweis: Shutterstock

Über die dbh Logistics IT AG
Seit der Gründung 1973 in Bremen hat sich die dbh Logistics IT AG zu einem der führenden Unternehmen für Software und Beratung in den Bereichen Zoll und Außenhandel, Compliance, Versand und Transportmanagement, Hafenwirtschaft, SAP und Cloud Services entwickelt. Mit seinem ganzheitlichen Portfolio bietet der IT-Spezialist vollintegrierte Lösungen für zuverlässig funktionierende Logistikketten weltweit: Die Leistungen reichen von Strategie- und Prozessberatung, Software-Entwicklung und Implementierung bis hin zu Support und Hosting in eigenen nach ISO/IEC 27001 zertifizierten, sicheren und hochverfügbaren Rechenzentren. Neben dem Stammsitz in Bremen ist die dbh Logistics IT AG an 5 weiteren Standorten in Deutschland vertreten. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 300 Mitarbeiter, welche sich für mehr als 3.000 Kunden aus Industrie und Handel, Spedition und Logistik, sowie Schifffahrt und Hafen engagieren.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dbh.de

Ansprechpartner: Gerrit Naß, Teamleiter Marketing dbh Logistics IT AG
Telefon: +49 421 30902103, E-Mail: presse@dbh.de

 

Über die DAKOSY Datenkommunikationssystem AG
Als eines der führenden Softwarehäuser für die Logistik bietet die DAKOSY AG seit über 40 Jahren digitale Lösungen für die internationale Speditions- und Zollabwicklung sowie das Supply Chain Management an. Darüber hinaus betreibt DAKOSY das Port Community System (PCS) für den Hamburger Hafen und im Joint Venture allivate mit der Fraport AG das Cargo Community System (FAIR@Link) für die Flughäfen Frankfurt und Hamburg. Alle in die Export- und Importprozesse involvierten Unternehmen und Behörden können durch die Nutzung der digitalen Plattformen ihre Transportprozesse schnell und automatisiert abwickeln.

Weitere Informationen: www.dakosy.de

Ansprechpartnerin: Katrin Woywod, Pressesprecherin DAKOSY
Telefon: +49 40 37003320, E-Mail: woywod@dakosy.de