Vorteile im Zoll und der Versandlogistik
Einleitung
Versand- und Zollprozesse stehen unter erheblichem Druck. Globalisierung, immer komplexere Regulierungen, steigende Datenmengen und ein akuter Fachkräftemangel belastet die Branche. Hinzu kommt der wachsende Anspruch von Kunden: kurze Lieferzeiten, fehlerfreie Abläufe und lückenlose Transparenz gelten inzwischen als Standard. Traditionell manuell gesteuerte Abläufe geraten hier schnell an ihre Grenzen. Automatisierte Workflow-Prozesse bieten einen Ausweg – sie übernehmen wiederkehrende Routinen, minimieren Fehler und schaffen Raum für wertschöpfende Tätigkeiten.
Die Grundlage dieses Fachartikels bildet ein Gespräch mit Manuel Marcy, Product Owner bei der dbh Logistics IT AG.
Grenzen klassischer Abläufe
Viele Unternehmen arbeiten noch immer mit manuellen Prozessen und isolierten Systemen. Medienbrüche, händische Eingaben und redundante Arbeitsschritte führen zu Verzögerungen und Fehlern. Schon ein falsch gesetztes Häkchen im Formular kann Zollabfertigungen blockieren oder Lieferungen verzögern. Fachkräfte verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit Routineaufgaben, während komplexe Sonderfälle oder Optimierungsmaßnahmen zu kurz kommen. In der Summe resultieren daraus höhere Kosten, mehr Risiken und eine geringere Wettbewerbsfähigkeit.
Aktuelle Studien belegen, dass Unternehmen durch Automatisierung Fehlerquoten signifikant senken können. Zudem sinkt die Bearbeitungszeit bei Standardprozessen wie Versandaufträgen oder Zollanmeldungen um bis zu 70 %, wenn Datenflüsse nahtlos in Systeme integriert werden.
„Wenn Unternehmen ihre Versandprozesse weiterhin manuell steuern, geraten sie ins Hintertreffen. Automatisierte Workflows schaffen hier den entscheidenden Unterschied.“
- Manuel Marcy, Product Owner für Advantage Delivery im Bereich Customs Solutions
Automatisierte Workflows in der Praxis
Automatisierte Workflows zeichnen sich dadurch aus, dass Standardprozesse durchgängig und regelbasiert ablaufen. Typische Anwendungsfälle sind die automatische Erstellung von Versandaufträgen, die Anbindung an Zollsysteme oder die systematische Eskalation, wenn Informationen fehlen.
Die Vorteile sind unmittelbar spürbar:
- Zeitersparnis: Prozesse, die früher Stunden beanspruchten, werden in Minuten abgewickelt.
- Fehlerreduktion: Manuelle Eingaben werden minimiert, die Datenqualität steigt.
- Compliance: Gesetzliche Vorgaben und interne Richtlinien lassen sich konsequent durchsetzen, Nachweise werden automatisch dokumentiert.
Ein anschauliches Beispiel sind gleichartige Exportsendungen in Drittländer. Während früher jede Sendung einzeln angelegt werden musste, kann ein definierter Workflow heute automatisch Versandaufträge erstellen, Zollanmeldungen einleiten und Rückmeldungen ins System einspielen. Eingriffe durch Mitarbeitende sind nur noch bei Ausnahmen erforderlich.