Verlängerung des Übergangszeitraums ausgeschlossen… Am 01.01.2021 ist der Brexit endgültig vollzogen  

Nachdem die Briten bei einem Referendum am 23. Juni 2016 mit rund 52 Prozent der Stimmen für den Brexit gestimmt hatten und nach jahrelangen Streitereien und zähem Ringen, hat der Brexit am 01.02.2020 stattgefunden. Brexit ist ein Kunstwort aus „Britain“ und „Exit“ und steht für ein absolutes Novum: Nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft haben die Briten, als erstes Land überhaupt, mit Ablauf des 31. Januar 2020 die Europäische Union verlassen. Allerdings nicht mit dem befürchteten harten Schnitt, sondern im Rahmen eines Austrittsvertrags mit Übergangsphase, die bis zum Ende des Jahres 2020 gilt. Großbritannien hat eine Verlängerung der Verhandlungen mit der EU zu den Beziehungen nach dem Brexit jedoch bereits endgültig ausgeschlossen. Am 12. Juni 2020 erklärte der britische Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove:

Ich bestätige formell, dass das Vereinigte Königreich die Übergangsperiode nicht verlängern wird. Die Zeit für eine Verlängerung ist nun vorbei.

Damit wächst der Druck, bis zum Jahresende ein Abkommen über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU zuwege zu bringen. Allerdings liefen die letzten Verhandlungsrunden recht zäh – es wird also höchste Zeit, sich auf den harten Cut vorzubereiten. 

Wir erläutern auf unserer Themenseite, wer vom Brexit betroffen ist und welche Vorbereitungen Sie treffen müssen.  

Brexit: Aktueller Stand zu den Austrittsverhandlung

Brexit: Aktueller Stand zu den Austrittsverhandlung

Mitte März veröffentlichte die Kommission den derzeitigen Stand des Austrittsabkommens mit Großbritannien. In dem 130 seitenlangen Dokument sind die Abschnitte grün markiert, in denen sich beide Parteien bereits auf die Formulierung einigen konnten – darunter auch die...

Brexit Whitepaper: Der Brexit und mögliche Folgen

Brexit Whitepaper: Der Brexit und mögliche Folgen

Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten bei einem Referendum mit rund 52 Prozent der Stimmen für den Brexit. Bei dem Brexit handelt es sich um eine Wortzusammenstellung aus "Britain" und "Exit". Das Kunstwort steht nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft für den Austritt...

Brexit Whitepaper Serie

Brexit Whitepaper Teil 1

Der Brexit und seine Folgen für Zoll & Außenhandel

Brexit Whitepaper Teil 2

Der Brexit mit Folgeabkommen – welche Szenarien wären denkbar?

Brexit Szenario Norwegenmodell

Brexit Szenarien für die Zeit nach dem Übergangsabkommen ab 01.01.2021

Aktuell befinden wir uns in der Übergangsphase, in der sich trotz Austritts der Briten zum 31.01.2020 für Unternehmen erst einmal dank Austrittsabkommen nichts ändert. Das Austrittsabkommen bewirkt, dass sich UK während der Übergangsphase weiterhin an alle EU-Regeln hält. UK ist weiter Bestandteil der Zollunion und des Binnenmarktes. UK ist weiter an die Freihandelsabkommen der EU gebunden und auch der europäische Gerichtshof ist weiter zuständig. Das bedeutet für Industrie und Handel, Speditionen und Zollagenturen, dass die Zeit genutzt werden kann, um sich auf den endgültigen Brexit vorzubereiten.

So langsam wird’s denn auch Zeit, denn eine mögliche Verlängerung des Übergangszeitraums wurde von Großbritannien im Juni 2020 bereits abgelehnt. Das heißt: am 01.01.2021 wird entweder nach WTO-Regeln gehandelt oder auf Basis eines Folgeabkommens. 

Wenn Sie Großbritannien-Geschäft abwickeln, ist es deshalb endgültig an der Zeit, sich sicherheitshalber mit Im- und Exportregeln zu beschäftigen. EORI, Zolltarifnummern, Zollerklärungen, Ursprungsnachweise und Präferenzkalkulationen spielen dann genauso eine Rolle wie Dual-Use-Regelungen in der Exportkontrolle.

Was gilt grundsätzlich für den Warenverkehr?

Zoll & Außenhandel

Nach dem Ablauf der Übergangsfrist werden alle Warenlieferungen aus oder in die EU zollrechtlich abgefertigt werden müssen. Das gilt auch dann, wenn im Laufe der Verhandlungen EU und GBR ein Freihandelsabkommen abschließen würden.

Um Unternehmen etwas mehr Zeit für Vorbereitungen zu lassen, werden seitens Großbritanniens Importerklärungen suksessive eingeführt. Ab Juli 2021 müssen jedoch für alle Importgüter die erforderlichen Zollerklärungen zum Zeitpunkt des Imports vorliegen.

Sie erstellen bereits heute Zollerklärungen?

Dann können Sie den kommenden Terminen relativ gelassen entgegensehen. Abzuwickeln ist Großbritannien dann genau wie andere Drittländer wie die USA oder China. Dennoch sollten Sie im Blick behalten,

  • ob bestehende Bewilligungen angepasst werden können (z.B. Erweiterung des Länderkreises, Veredelungs- und Lagerorte in GBR).
  • ob neue zollrechtliche Bewilligungen zu beantragen sind, insbesondere Bewilligung für den Betrieb eines Verwahrungslagers bei der Einfuhr von Waren. Für den Neuantrag sind Bearbeitungsfristen zu beachten.
  • dass Bewilligungen des Status des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (= Authorised Economic Operator = AEO) und andere Bewilligungen zollrechtlicher Vereinfachung, die von den Zollbehörden in UK erteilt wurden, sind in der Europäischen Union nicht mehr gültig.
  • dass Sie für Zollanmeldungen in Großbritannien zukünftig eine GB-EORI-Nummer und entsprechende CHIEF-Software benötigen oder sich bei der Anmeldung vertreten lassen müssen. Eine entsprechende Übersicht über mögliche Unterstützung finden Sie auf den Seiten von gov.uk.

Sie arbeiten bisher nur im Europäischen Binnenmarkt?

Dann müssen Sie für Ihre Geschäfte mit Großbritannien zukünftig entsprechende Zollanmeldungen abgeben. Wir empfehlen deshalb, sich rechtzeitig entsprechendes Zollwissen anzueigenen und sich auch mit den Themen Warennummern und EORI-Nummern zu beschäftigen. Planen Sie ca 2-3 Monate ein, um entsprechende Abläufe aufzubauen. Alternativ suchen Sie sich Unterstützung bei der Zollabwicklung z. B. durch eine Zollagentur oder einen Spediteur.

Bitte berücksichtigen Sie folgende allgemeinen Hinweise:

  • Wirtschaftsbeteiligte müssen sich grundsätzlich bei den Zollbehörden registrieren, um eine EORI-Nummer zu beantragen.
  • Der Informationsaustausch zwischen Wirtschaftsbeteiligten und Zollbehörden erfolgt grundsätzlich elektronisch – für die Nutzung des deutschen IT-Systems ATLAS bedarf es u.a. einer Anmeldung und einer zertifizierten Software (zum Beispiel von dbh).
  • Waren, die von oder in das Zollgebiet der EU gebracht werden sollen, unterliegen der zollamtlichen Überwachung: Zollförmlichkeiten sind zu erfüllen, Anmeldungen und gegebenenfalls zusätzliche Dokumente sind abzugeben, Sicherheitsleistungen für potentielle oder bestehende Zollschulden können verlangt werden.
  • Für Waren, die in die EU gebracht werden sollen, fallen gegebenenfalls Zölle auf Basis der Zolltarifnummer an. Und auch Großbritannien hat bereits einen eigenen Zolltarif veröffentlicht.

NCTS Versandverfahren

Das Vereinigte Königreich ist am 30.01.2019 dem Übereinkommen über ein Gemeinsames Versandverfahren (Convention on a Common Transit Procedure, CCT) beigetreten. Das Vereinigte Königreich wird automatisch Mitglied dieses Abkommens, sobald es aus der EU ausgetreten ist. Damit sichergestellt, dass Versandverfahren zwischen Großbritannien und der EU auch nach dem Brexit weiter durchgeführt werden können.

Weiterführende Informationen

Die wichtigsten Informationen und viele interessante Links haben wir Ihnen in unserem Whitepaper zusammengefasst. Detaillierte Informationen finden Sie auch in den Mitteilungen zur Vorbereitung auf den Brexit der EU Kommission

Verbote und Beschränkungen (Compliance)

Für den grenzüberschreitenden Warenverkehr mit Drittstaaten gelten gesonderte Regelungen zu Verboten und Beschränkungen.

Dies bedeutet in der Praxis:

  • Kennzeichnungspflichten sind zu berücksichtigen
  • Bestimmte Waren dürfen nur noch an zugelassenen Zollstellen abgefertigt werden z. B. veterinäre Grenzkontrollstellen. Die Dienststellenübersichten des Zolls sind bereits entsprechend aktualisiert worden. 
  • Bei der Zollabfertigung sind Genehmigungs- und Begleitdokumente vorzulegen z. B. Arzneimittelerlaubnis, Artenschutzgenehmigungen, Konformitätserklärungen für Maschinen, Lizenzen für Ozonprojekte wie Kühlschränke etc.
  • Verbote und Genehmigungen im Rahmen der Exportkontrolle sind zu berücksichtigen

Sie sollten sich deshalb mit der Prüfung von Gütern und des Verwendungszwecks, der Exportkontrolle, vertraut machen.

Zum Thema Einfuhr- und Ausfuhrbewilligungen finden Sie in deutscher Sprache hier Hinweise bei der EU Kommission.

Warenursprung und Präferenzkalkulation

Waren aus Großbritannien gelten mit dem Austritt, spätestens ab 01. Januar 2021 nicht mehr als EU-Ware. In der Berechnung der Ursprungseigenschaft fließen Nicht-EU Waren als Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft ein.

Besonders genau hinschauen sollten Sie daher, wenn Sie britisches Vormaterial für Ihre Produkte verwenden und bestehende Freihandelsabkommen mit Drittländern z. B. Schweiz, Ägypten etc. nutzen. Die Verwendung von britischem Vormaterial kann in der Präferenzkalkulation zum Verlust der EU-Ursprungseigenschaft und damit zum Verlust der Zollvergünstigung führen.  

Auch, wenn Sie britisches Vormaterial für Ihre Produkte verwenden und diese nur in der EU verkaufen, könnten Sie betroffen sein! Da für Ihre eigenen ausgehenden Lieferantenerklärungen ebenfalls Präferenzkalkulationen zu Grunde liegen, könnte es sein, dass Sie keine Lieferantenerklärungen mehr ausstellen können bzw. alte Erklärungen widerrufen müssen. Im ungünstigen Fall, dass Ihr Kunde z. B. wegen seiner eigenen Kalkulation unbedingt EU-Ware benötigt, könnte es sein, dass Sie als Lieferant nicht mehr in Frage kommen. 

Dementsprechend empfehlen wir: prüfen Sie jetzt schon, ob Sie britische Vormaterialien verwenden, welche Auswirkungen dies auf den Warenursprung haben wird und ob Sie sich gegebenenfalls zeitgerecht nach neuen Lieferanten umschauen müssen.

Brexit 1

Bitte beachten Sie: der Verlust der europäischen Ursprungseigenschaft gilt für alle britischen Waren bzw. Vormaterialien in Ihrem Lager unabhängig vom Beschaffungszeitpunkt. Das heißt, auch “alte” Lagerware, egal wie alt, ist ab dem Stichtag nicht mehr europäischen Ursprungs. Eine Nachverzollung ist jedoch nicht notwendig. Damit nur nach dem Brexit-Stichtag eingekaufte Waren bzw. Vormaterialien als Nicht-EU-Ware behandelt werden müssen, bräuchte es eine entsprechende Regelung in einem Übergangsabkommen. 

Sind Vormaterialien bereits verarbeitet und ist der Ursprung der gefertigten Ware EU bzw. Deutschland, bleibt dieser auch mit dem Brexit weiterhin bestehen. Sie müssen also bereits mit britischen Vormaterialien gefertigte Waren nicht noch einmal neu kalkulieren. 

Übrigens: auch Ihnen aktuell vorliegende verbindliche Tarif- und Ursprungsauskünfte zu britischen Waren verlieren ab dem Stichtag ihre Gültigkeit. 

Weiterführende Informationen der EU zu diesem Thema auf Deutsch finden Sie unter in diesem PDF der EU Kommission

 

Szenario 1: No Deal – Ungeregelter Austritt und Handel nach WTO-Regeln

Verlaufen die Verhandlungen weiterhin so zäh, könnte es  wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen. Dann wäre das “No Deal” Szenario doch noch eingetreten. Dies sei sogar ein “guter Ausgang für das Vereinigte Königreich”, sagte Premierminister Boris Johnson am 7. September 2020. Gleichzeitig erhöht er den Druck auf die EU: Eine Einigung sei nur möglich, wenn die EU-Unterhändler ihre “aktuellen Positionen überdenken” würden.

Was bedeutet das für die zukünftige Zusammenarbeit? Großbritannien hat den Status eines Drittlandes und es fallen Zölle nach WTO-Regelungen an. Schon jetzt ist bekannt, dass London einen zehnprozentigen Zoll auf Autos erheben wird, um die eigenen Unternehmen zu schützen. Auch landwirtschaftliche Produkte werden durch geplante Importzölle teurer. Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU qualifizieren sich britische Vorerzeugnisse nicht länger als Unionsware. Dies gilt übrigens auch für bereits im Lager befindliche Ware!

Die wichtigsten Informationen und relevanten Links haben wir Ihnen auch in unserem Whitepaper zusammengefasst.

Szenario 2: Folgeabkommen nach der Übergangsphase

Sowohl die EU-Staats- und Regierungschefs als auch das Vereinigte Königreich sprachen sich beim Austritt für ein Freihandelsabkommen nach Ablauf der Übergangsphase aus. Dann könnte weiter zollfrei gehandelt werden.

Die politische Erklärung, die als Teil des Austrittsabkommens diskutiert wird, beinhaltet auf 26 Seiten Absichtserklärungen beider Seiten für eine langfristige Beziehung zwischen der EU und UK. Folgende Ziele sind dort definiert:

  • Schaffung einer Freihandelszone (gegebenenfalls umfassendes Freihandelsabkommen)
  • Keine Zölle, Gebühren oder Mengenbeschränkungen für Güter
  • Liberalisierung der Dienstleistungen deutlich über WTO-Level hinaus
  • Anerkennung von beruflicher Qualifikation
  • Freier Zahlungsverkehr
  • Schutz des geistigen Eigentums über internationale Vereinbarungen hinaus
  • Langfristige Sicherheitspartnerschaft

Angedacht war, dass im Anschluss an die Übergangsphase die Mitgliedschaft des UK in der Zollunion (vergleichbar mit der Konstellation EU-Türkei). Nordirland soll – nach den bisherigen Planungen der EU – zudem einen Sonderstatus im EU-Binnenmarkt erhalten (Backstop genannt). Bisher allerdings konnte man sich noch nicht einigen. Besonders strittig sind Themen wie Fischerei, Regeln zur Wirtschaftsförderung oder Strafverfolgung.

Am 08. September 2020 gingen die Verhandlungen über den Handelspakt in die nächste Runde. Weitere Verhandlungsrunden sind zwischen dem 14. und dem 18. September und vom 28. September bis zum 2. Oktober vorgesehen.

Vor dem Auftakt hat der britische Premierminister Boris Johnson den Druck auf die EU erhöht und eine Frist zur Einigung bis 15. Oktober gestellt. Dieser Zeitplan entspricht zwar auch den Vorstellungen der EU, allerdings fügte Johnson hinzu, dass auch ein Brexit ohne Vertrag “ein gutes Ergebnis für das Vereinigte Königreich” wäre. Außerdem wurden seitens der britischen Regierung über die Financial Times Pläne für ein Binnenmarktgesetz gestreut, die das bereits besiegelte und gültige Austrittsabkommen beider Seiten zum Teil aushebeln würden. Dabei geht es um die heikelsten Passagen des Abkommens: die Vermeidung einer harten Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Staat Irland. Die EU-Politiker reagierten empört und haben Großbritannien ein Ultimatum gestellt, den Gesetzesentwurf zurückzuziehen. 

Klar ist: die Übergangsphase endet am 31. Dezember 2020. Eine Verlängerung ist nicht mehr möglich. Hierfür wäre eine gemeinsame Entscheidung bis zum 1. Juli 2020 erforderlich gewesen. Das Vereinigte Königreich hat diese Frist aber verstreichen lassen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es doch noch zu einem Harten Brexit kommt.  Doch selbst, wenn die zähen Verhandlungen doch noch zu einem Folgeabkommen führen. Viele Formalitäten wie Zollerklärungen werden trotzdem notwendig sein!

Ausführliche Informationen der EU-Kommission und Großbritanniens

Im August 2020 hat die EU-Kommission die „Brexit Readiness Checklist“ für alle Unternehmen veröffentlicht, die geschäftlich im Vereinigten Königreich tätig sind. Sie enthält einen Überblick über die Änderungen, die ab dem 1. Januar 2021 auf die Unternehmen zukommen. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass diese Änderungen unabhängig vom Ausgang der Brexit-Verhandlungen zu Beginn des Jahres 2021 von Unternehmen zu beachten sind. Weitere detaillierte Informationen zu Themen wie Zoll inklusive Präferenzen, branchenspezifische Hinweise etc. finden sich außerdem auf dieser Internetseite.

Die britische Regierung bietet auf ihren Internetseiten ebenfalls zahlreiche Informationen zu allen relevanten Themen. Zusätzlich wurde Mitte Juli das Border Operating Modell mit Hinweisen rund um den Warenverkehr zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich veröffentlicht. 

Das zähe Ringen um den Austritt – Die Brexit-Timeline

2020
  • 7. September 2020: Nach den bisher zähen Verhandlungen erhöht Boris Johnson in den Verhandlungen mit Brüssel den Druck. Sollte bis Mitte Oktober kein Abkommen zwischen EU und Vereinigtem Königreich vorliegen, werde es keinen Vertrag geben und damit ein No-Deal Szenario eintreten.
  • 12. Juni 2020: Der britische Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, erklärt, dass sich Großbritannien ausdrücklich gegen eine Verlängerung der Brexit-Übergangsphase entschieden hat. Zum 31.12.2020 ist dementsprechend Schluss und es droht doch noch der Harte Brexit.
  • 31. Januar 2020: Ein historischer Tag: das vereinigte Königreich ist nach 47 Jahren als erstes Land aus der EU ausgetreten. Innerhalb der Übergangsphase muss sich Großbritannien allerdings an die EU Regeln halten. Beiden Seiten stehen harte Verhandlungen für die Zeit bis zum Ende des Jahres bevor.
  • 29. Januar 2020: Das EU-Parlament nimmt das Brexit Abkommen ebenfalls an und verhindert damit einen Harten Brexit zum 31.01.2020. Statt dessen tritt ein Übergangsabkommen in Kraft, innerhalb dessen die EU und Großbritannien für die Zeit nach dem “richtigen” Ausstieg verhandeln wollen. Eine Verlängerung des Übergangszeitraums ist bei Beantragung bis Ende Juni 2020 um ein oder zwei Jahre bis Ende 2021 oder Ende 2022 möglich. Bis dahin bleibt nahezu alles erst einmal beim alten.
2019
  • 20. Dezember 2019: Das Britische Unterhaus bestätigt den Brexit Kurs und den Austritt aus der EU zum 31. Januar 2020.
  • 12. Dezember 2019: Die Tories unter Boris Johnson gewinnen die Wahl. Mit 365 von 650 Sitzen haben die Konservativen die absolute Mehrheit erlangt und Boris Johnson kann seine Brexit-Pläne durch diese Mehrheit weiter vorantreiben.
  • 28. Oktober 2019: Der Europäische Rat erklärt sich bereit, die Brexit-Frist bis zum 31. Januar 2020 zu verlängern – die dritte Verlängerung. Gleichzeitig stimmt das Britische Parlament für eine vorgezogene Neuwahl.
  • 19. Oktober 2019: Die Abstimmung im britischen Unterhaus über das Austrittsabkommen wird vertagt. Premierminister Boris Johnson muss daher eine erneute Verschiebung des Brexit bei der EU beantragen. Dieser Pflicht kam der britische Premier nach, forderte aber zugleich in einem zweiten Schreiben die EU-Staats- und Regierungschefs, dieser Bitte nicht nachzukommen.
  • 23. Mai 2019: Theresa May kündigt ihren Rücktritt von der Parteispitze zum 7.Juni an. Premierministerin bleibt sie bis ein Nachfolger gefunden ist. Seitdem dreht sich das Personalkarussell.
  • 11. April 2019: Die EU gewährt einen weiteren Aufschub bis zum 31.10.2019. 
  • 29. März 2019: Das Britische Unterhaus stimmt erneut gegen das Austrittsabkommen. Theresa May bittet um einen weiteren Aufschub des Austrittsabkommens.
  • 22. März 2019: Die 27 EU-Mitglieder haben einer Doppelstrategie zugestimmt. Sollte das britische Parlament dem ausgehandelten Austrittsvertrag noch zustimmen, soll es eine Verschiebung des Brexit-Datums geben. Sollte das Unterhaus dagegen nicht zustimmen, soll es eine Verlängerung bis zum 12. April geben. Die EU erwartet, dass Großbritannien spätestens bis dann erklären soll, wie das Land weitermachen wolle. Das Datum hängt mit den vom 23. bis zum 26. Mai stattfindenden Europawahlen zusammen.
  • 14. März 2019: Mit großer Mehrheit entscheidet sich das britische Parlament dafür, eine Verschiebung des Brexits zu beantragen. Hierzu müssen die anderen 27 EU-MItgliedstaaten jedoch zustimmen. Verweigern sie die Zustimmung, bleibt das Datum erhalten und es kommt voraussichtlich zu einem harten Brexit.
  • 13. März 2019: Das Parlament entscheidet sich bei seiner Abstimmung gegen den harten, ungeordneten Brexit. Gleichzeitig wird ein vorübergehender Zolltarif veröffentlicht.
  • 12. März 2019: Neue Abstimmung im britischen Parlament über das Austrittsabkommen. Das Parlament stimmt erneut gegen das Abkommen
2018
  • 11. Dezember 2018: Erste Abstimmung im Britischen Parlament. Es wurde keine Einigung erzielt. 
  • 07. Dezember 2018: Großbritannien veröffentlicht eigenen Zolltarif (WTO-Schedule)
  • Dezember 2018: spätester Start für die Ratifizierung des Austrittsvertrages im britischen Parlament. Eine schnelle Entscheidung ist wegen der massiven Widerstände aber nicht zu erwarten. Parallel wird die EU deshalb auch das No-Deal Szenario ohne Austrittsabkommen (Harter Brexit) planen. 
  • 25. November 2018: EU-Sondergipfel zum Entwurf des Austrittsabkommen. Die EU-Chefs haben den Austrittsvertrag und die Erklärung zu den künftigen Beziehungen gebilligt. Die Parlamente auf beiden Seiten können mit der Ratifizierung beginnen.
  • 22. November 2018: die 27 Mitgliedstaaten erhalten den Entwurf einer politischen Erklärung zur Festlegung des Rahmens für die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich für die Abstimmung am 25.11.
  • 14. November 2018: das britische Kabinett segnet den Entwurf zum Austrittsabkommen ab.
  • Oktober 2018: ursprünglich geplanter Abschluss der Verhandlungen zu einem Austrittsabkommen und der Start des Ratifizierungsprozesses. Ohne das Austrittsabkommen keine Übergangsphase! 
  • September 2018: Großbritannien verabschiedet eigenes Zollgesetz, das Taxation (Cross-border Trade) Act (TCBTA). Die zollrechtlichen Aspekte basieren auf dem Unionszollkodex. Im Falle eines No-Deal-Brexit tritt das britische Zollgesetz zum 01. November 2019 in Kraft und ist anzuwenden.
2017
  • 19. Juni 2017: Start der Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und Großbritannien über das Austrittsabkommen.
  • 29. März 2017: Premierministerin Theresa May hat bei der EU das offizielle Austrittsgesuch eingereicht. Die zweijährige Frist bis zum endgültigen Austritt läuft.

Mit dbh Lösungen den Brexit in den Griff bekommen

Wir zeigen Ihnen, wie unsere Software Ihren Alltag erleichtert

Sind Sie vom Brexit überhaupt betroffen?

Erfüllen Sie eins oder mehrere der folgenden Kriterien?

  • Wir liefern Waren nach Großbritannien oder erbringen dort Dienstleistungen
  • Wir erhalten Waren oder Dienstleistungen aus Großbritannien
  • Wir haben Materialien oder Erzeugnisse aus Großbritannien in unserer Lieferkette
  • Wir haben bestehende Verträge mit britischen Vertragspartnern
  • In meinem Unternehmen gibt es Warenströme zwischen Großbritannien und einem weiteren EU-Mitgliedstaat (nicht zwingend Deutschland)
  • Ich bin Speditionsunternehmer oder befördere Waren nach oder durch Großbritannien
  • Wir arbeiten mit britischen Wirtschaftsprüfern zusammen
  • Wir entsenden regelmäßig Mitarbeiter nach Großbritannien
  • Wir planen oder tätigen Investitionen in Großbritannien
  • Wir nutzen Kennzeichnungen (z. B. CE) aus Großbritannien

Dann Sie sind vom Brexit betroffen und sollten sich weiterführend mit dem Thema beschäftigen. Einige Informationen rund um das Thema Zoll und Außenhandel haben wir für Sie zusammengefasst. Breit gefächerte Hilfestellung kann die kostenfreie Checkliste “Are you ready for Brexit” der Industrie- und Handelskammer sein, die 18 Themen aufgreift, die Sie berücksichtigen und für sich strategisch bewerten sollten.