Brexit: Großbritannien verlässt am 31.01.2020 die Europäische Union

31. Jan 2020 | Brexit, Wissen, Zoll & Außenhandel, Zollsoftware

Über dreieinhalb Jahre nachdem die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt haben und nach einigen Verschiebungen und vielen Streitereien tritt Großbritannien nun tatsächlich am 31.01.2020  mit einem Übergangsabkommen aus der EU aus. Das britische Parlament hatte am 22.01.2020 endlich per Gesetz den Austrittsvertrag verabschiedet und damit den Weg für einen endgültigen, geordneten Austritt geebnet.

Ab dem 01.02.2020 um 00:00 Uhr ist Großbritannien kein EU Mitglied mehr

Das Vereinigte Königreich verliert damit u.a. sämtliche Teilhabe- und Stimmrechte in den EU-Institutionen. Allerdings sorgt das Austritts- und Übergangsabkommen dafür, dass sich ansonsten praktisch bis Ende 2020 erst einmal nicht viel ändert.

In der Übergangsphase werden die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelt, die am 01.01.2021 in Kraft treten würden. Beziehungsweise am 01.01.2023, denn die Übergangsphase ist einmalig bis Ende 2022 verlängerbar.

Wichtigste Regelung: in der Übergangsfrist bis zum Ende des Jahres bleibt erstmal fast alles beim Alten. Die Rechte der EU- Bürger in Großbritannien und die der Briten in der EU, die finanziellen Pflichten Londons nach dem Austritt und die Vermeidung einer harten Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Auch aus zollrechtlicher Sicht gibt es im Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich erstmal keine Änderungen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: die Anerkennung von Ursprungswaren des Vereinigten Königreichs als EU-Ursprungsware wird im Übergangsabkommen nicht geregelt. Hier gilt es abzuwarten, was entschieden wird. 

Jetzt nicht entspannt zurücklehnen!

Denn es kann immer noch am 31. Dezember 2020 zu einem “No-Deal-Brexit” kommen. Nämlich dann, wenn die Übergangsfrist nicht verlängert wird und kein Freihandelsabkommen zustandegekommen ist, das im Anschluss an das Übergangsabkommen in Kraft tritt.

Die Gespräche zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über die Ausgestaltung der zukünftigen Beziehungen in der Form eines Freihandelsabkommens sollen Anfang März 2020 beginnen. Hintergrundinformationen der EU-Kommission zu den Inhalten der anstehenden Verhandlungen finden Sie hier.

Und egal, wie die Verhandlungen ausgehen: Unternehmen werden sich auf Veränderungen einstellen müssen!

Brexit Szenario Norwegenmodell

Der Brexit im Überblick

Informationen rund um den Brexit und seine Geschichte, sowie den aktuellen Stand der Verhandlungen in der Übergangsphase finden Sie unter www.dbh.de/brexit

Newsletter abonnieren

Registrieren Sie sich für unseren dbh Newsletter und erhalten unsere News regelmäßig in Ihre E-Mail Inbox

Pressemitteilung und Downloads

Bildmaterial auf Anfrage: presse@dbh.de

Pressekontakt

Martina Silva, Teamleiterin Marketing
Tel. +49 421 30902-106
E-Mail presse@dbh.de

Mehr Neuigkeiten

Tauziehen um den Brexit ist beendet: EU-UK Abkommen ist da

Tauziehen um den Brexit ist beendet: EU-UK Abkommen ist da

Nach langem Tauziehen haben sich die Europäische Union und das Vereinigte Königreich auf ein Handels- und Kooperationsabkommen (TCA, Trade and Cooperation Agreement) geeignet. Das Abkommen kam gerade noch rechtzeitig, um einen Harten Brexit zu verhindern. Wichtigster...

Service der Zollverwaltung: Der Brexit-Bot

Service der Zollverwaltung: Der Brexit-Bot

Am 31.12.2020, 23:59 Uhr endet die Brexit-Übergangsphase. Obwohl dieser Termin kurz bevor steht, sind noch nicht alle Fragen zum zukünftigen Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien geklärt. Die Zeichen stehen auf "hard Brexit". Die Zollverwaltung hat deshalb ein...

Kommt der No-Deal-Brexit?

Kommt der No-Deal-Brexit?

Die Verhandlungen zum Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien kommen nicht voran. Noch einmal wird die Verhandlungsrunde zum Brexit-Abkommen verlängert. An eine Einigung will aber keine Seite so recht glauben. Droht jetzt der No-Deal-Brexit? Premierminister...

Ihr Kontakt zu dbh

Sie haben Fragen?

Sie haben eine Frage? Dann schreiben Sie uns über unser Kontaktformular.

Ihr Kontakt zum Vertrieb

Ihr Kontakt zum dbh Vertrieb
+49 421 30902-700 oder sales@dbh.de

Sie nutzen eines unserer Produkte und benötigen Unterstützung? Unser Support-Team berät Sie gerne.